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Interview: Face the Face

Mai 15, 2020

Face the Face
Ein Gespräch mit Prof. Aram Bartholl über Maskierung im öffentlichen Raum.

Autor, Björn Lange, 23-04-2020
https://magazine.fork.de/masquerade/face-the-face

Dieses Gespräch kam eher durch Zufall zustande: Nachdem das Thema für die fünfte Ausgabe des Unstable Mag feststand, hörte ich im Radio einen Beitrag über ein Seminar an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) – Face the Face. Bei dem Projekt unter der Leitung von Prof. Aram Bartholl stand unter anderem Gesichtserkennung im Fokus, sowie die analogen Möglichkeiten, sich digital unkenntlich zu machen. Spontan nahm ich im Februar Kontakt auf, und nun, Mitte April, gelang uns endlich das persönliche Treffen, face to face, per Hangout…

Hallo Aram, schön, dass das unter den aktuellen Umständen doch irgendwie mit unserem Gespräch geklappt hat! Ich will gar nicht lange drumrum reden – Fork und das Unstable Mag hatte ich dir ja schon kurz erläutert. Lass uns also direkt einsteigen… Warum überhaupt dieser Ansatz, Gesichtserkennungssoftware umgehen zu wollen? Müssen wir uns verstecken heutzutage?

Gute Frage. Es gibt da unterschiedlichste Meinungen zu. Gerade heute, in Zeiten von Covid-19-App, Tracking, Tracing, Handy-Bewegungsprofilen und so weiter ist das Thema Anonymität für uns als Gesellschaft schon sehr wichtig. Theoretisch wissen wir auch – also viele jedenfalls –, dass unsere Privatsphäre durchaus gefährdet ist, durch große digitale Firmen wie Facebook, Google, Microsoft. Unternehmen, die ohne Ende Daten sammeln. Bloß spüren wir das natürlich nicht. Das eigene Gesicht aber, das ist etwas, das wir alle verstehen: Häh, da ist ein Foto von mir!? Ich glaube, das Gesicht und die Erkennung des Gesichtes und die Diskussion darum ist ein wertvoller Einstieg, um über Privatsphäre zu reden. Ah, ja, es gibt da dieses Clear View, und die haben zwei Milliarden, drei Milliarden Bilder gesammelt von allen Menschen auf der Welt, und jeder kann darauf zugreifen… Äh, das geht doch nicht! Das verstößt doch gegen diese Datenschutzgrundverordnung. Und das verstehen auch Leute, die normalerweise keinen technischen Zugang haben. Und dann kann man auch über Daten im Browser reden und über Cookies und über Tracking-Pixel. Also über Dinge, die viel abstrakter sind und die man nur schwer vermitteln kann.

Lustigerweise haben Leute etwas wie das Gesicht aber gar nicht so sehr auf dem Schirm, oder? Wenn ich da an mein persönliches Umfeld denke – da ist vielen plausibel, dass wenn sie online ihre Daten eingeben, händisch, also Adresse, Geburtsdatum, das übliche, dass sie da bewusster reflektieren, dass Sie gerade Daten Preis geben, als sie es mit ihrem eigenen Gesicht verbinden.

Ja, ich glaube, zu einem gewissen Punkt haben wir uns daran gewöhnt, irgendwie, dass diese Datenfreigabe dazugehört. Ich weiß es nicht genau. Gleichzeitig kann man nun – und das ist so’n bisschen eine andere Diskussion – bei diesem Masken Tragen, den medizinischen Masken, meine ich, eine Form von… ja, Vorbehalt gegenüber der Anonymität beobachten. Hier in Deutschland, da wollen die Leute das nicht so richtig, oder? Am Anfang ist man ganz komisch angeguckt worden im Supermarkt. Jetzt wird es dann doch wahrscheinlich Pflicht, demnächst.

Interessant, dass du das ansprichst. Das wäre sonst eine meiner späteren Fragen gewesen. Mein Eindruck, im Moment, wenn ich einkaufen gehe, ist schon, dass ich mich komisch fühle, weil ich noch keine Maske trage. Also, bei uns hier in Hamburg-Eimsbüttel. Die Quote an getragenen Masken im Supermarkt ist irre hoch, und da hab ich mich schon gefragt, ob sowas wie die aktuelle gesundheitliche Krise als eine Art Türöffner für den Mainstream wirken könnte. Ob wir uns jetzt gerade alle daran gewöhnen, dass Maske eine Option ist?

Ja, genau. Das ist auch eine der interessanten Fragestellungen – ob sich durch diese Corona-Krise entsprechende Dinge, Wahrnehmungen, verändern. Genauso, wie sich derzeit auch vieles in der Kommunikation verändert und ins Digitale verschiebt. Womit wir wieder zu der Gesichtserkennungsdiskussion kommen: Vielleicht ist es demnächst so, dass wir wissen, wir sind online irgendwie “nackt”, aber draußen dann immer voll verschleiert. Der ehemals öffentliche Raum, wird das jetzt ein voll anonymer Raum? Dann gehen wir nach Hause und sind auf Chatroulette wieder nackt, sozusagen. Wird das so eine komische Verkehrung? Und was ich mich auch gefragt habe: Es gibt ja vieles im Bereich der Snapchat- und Instagram-Filter; das ist ja eine Kultur, die jetzt schon eine Weile läuft und auch interessante Ausprägungen besitzt – nicht nur Hundeschnauze, Katzennase oder so. Gerade im asiatischen Raum findet man Video-Streamer und YouTuber, die immer nur mit Avatar auftreten. Bei denen man gar nicht weiß, wie die aussehen, weil die komplett eine Maske auf haben.

Eine digitale oder eine echte?

Eine digitale – Personen, die immer irgendwie was im Gesicht haben oder auch komplett digital verfremdet sind, so dass du gar nicht weißt, wer das ist. Das sind Beispiele für verschiedene Richtungen der Maskierungen. Die gleichzeitig, nebeneinander in unterschiedlichen Kontexten stattfinden, aber sich schon auch gegenseitig beeinflussen. Und dadurch interessant zu beobachten sind.

Wie bist du denn eigentlich überhaupt an dieses Thema herangekommen? Eher über die Gesichtsfilter, also den digitalen Aspekt, oder über das tatsächliche Maskieren und das Ausschalten von Gesichtserkennung?

Face the Face hieß ja der Kurs an der Hochschule. Aber – und da liegt der eigentliche Anfang – Face the Face war auch der Name einer Ausstellung, die ich mit Annika Meier zusammen kuratiert habe, eine so genannte Speedshow. Die lief letztes Jahr im Herbst hier in Berlin in einem Internet-Café, und da lag der Fokus bereits auf dem Thema Facefilter. Das war inhaltlich ein Hauptaugenmerk dieser Ausstellung, fand aber gleichzeitig auch im Kontext von Netzkunst statt – die für sich genommen viel älter ist, die sich aber auch immer schon um Fragen der Identität und des Gesichtes im Zusammenspiel mit Kamera und Computer gedreht hat. Und über Aspekte wie Social Media, Net Art, Facefilter entstand dann dieser Kurs an der HAW, der ein bisschen breiter angelegt war. Da hing für mich automatisch der Bereich Gesichtserkennung mit dran. Privacy und Anonymitätsfragen im Internet, das sind genau die Themen, die sehr klassisch bei mir mitlaufen, schon seit Jahren.

Warum treibt dich Anonymität so sehr um?

Ähnlich meiner Antwort auf deine Eingangsfrage halte ich die Privatsphäre und die Anonymität, die wir in unserer Gesellschaft besitzen, für ein sehr hohes Gut. Und für eine wichtige Grundlage der Demokratie, in der wir leben. Wenn die den Bach runtergeht und wir in eine totale Überwachung geraten, dann haben wir ein riesiges Problem. Irgendwie habe ich schon immer auf dieses Thema geschaut und mich dafür interessiert. Was ist die neueste Entwicklung? Was kann man damit machen? Und wenn man das ein bisschen versteht oder sich damit auskennt, dann macht das nicht nur Spaß, sondern ermöglicht einem, etwas zu tun, das auch sozial tief eingreift. Gerade in einer Atmosphäre, in der so eine Nothing-to-hide-Haltung herrscht: Joa, ich mach’ das einfach… weil ist doch egal.

Genau, dieses ich habe doch nichts zu verbergen, was soll’s mich also kümmern?!

Ja, und an dem Punkt kann man sagen: Dann zieh’ dich doch aus, wenn du nichts zu verbergen hast, oder Gib mir mal alle deine Logins für deine Accounts! – Ja, nee, so jetzt aber auch wieder nich’. Und das Bewusstsein dafür, das ist schon fundamental wichtig. Ich glaube auch, dass in der Politik diese Zusammenhänge, dieses Für und Wider, einigen Leuten klar ist. Aber der Druck wird halt immer größer, auch und gerade bei so etwas wie der Covid-App. Der Druck aus der Industrie, aber auch aus der Politik. Für eine einseitige Form der Transparenz. Der vermeintlichen Sicherheit. Da werden bestimmte Freiheitsrechte hier und da sehr stark eingeschränkt. Und einerseits weißt du, okay, das muss jetzt so. Andererseits kannst du aber auch gar nicht mehr demonstrieren, zum Beispiel.

Inwiefern sind dann die Masken, die in dem Seminar entstanden sind, innerhalb des Projekts Face the Face, inwieweit sind die denn schon Lösungen? Oder stellen sie vielmehr einen Fingerzeig auf das Thema dar?

Ich würde sagen beides. Das Interessante daran: An der Hochschule gibt’s ja verschiedene Design-Fachrichtungen, die dort studiert werden. Und du triffst eben auch auf Leute aus der Mode, die einen ganz anderen Umgang mit Material pflegen und wie man beispielsweise etwas trägt. Ursprünglich bezieht sich die Aufgabenstellung des Seminars auf ein Projekt namens CVdazzle von Adam Harvey, das circa acht Jahre alt ist. Damals lag der Ansatz darin, sich so zu schminken und eine Frisur zu tragen, dass Kamera und Software das menschliche Gesicht nicht mehr als solches erkennen konnten. Wir haben an der Hochschule über Themen wie Privatsphäre gearbeitet, und eigentlich war das mit diesen Masken nur so ein kurzes Projekt, im Grunde eine Fingerübung. Allerdings mit der spannenden Prämisse, etwas zu kreieren, das man im Gesicht trägt, aber leicht entfernen kann. Schminke must du abschminken – das nimmt dir die Flexibilität. Aber so etwas wie eine Brille, die ich im Gesicht trage, die mich irgendwie verfremdet, die ich aber spontan wieder absetzen kann. Wie wäre das? Wie sähe das aus? Ein bisschen haben wir diese Situation ja jetzt mit den medizinischen Masken, die auf einmal von allen getragen werden. Jedenfalls sind in dem Seminar einige Sachen bei rausgekommen – manche von den Masken sind auch unsinnig oder einfach lustig. Dennoch ist das Szenario, das mit den Exponaten verknüpft ist, gleichbleibend interessant: zum einen, weil du die Maske gegen die Software in der Kamera testen musst. Und zum anderen, weil du sie gleichzeitig auch sozial testest. Wie sehe ich damit aus? Wie reagieren denn die Leute damit auf mich? Will jemand mit mir reden, wenn ich so etwas trage? Und das sind im Kern ganz wichtige Fragen. Ich fände es schon interessant, etwas in dem Bereich zu entwickeln, das meine digitale Anonymität wahrt und trotzdem socially acceptable ist. Das war so ein bisschen die Idee dahinter, und da hängen dann verschiedene Diskussionen dran. Dass wir dieses Gespräch gerade führen, das ist eigentlich das, worum es geht – als Gesellschaft die Frage der Privatsphäre zu sehen und sich darüber auszutauschen.

Wenn ich die Funktionsweise von Wearable CVdazzles richtig verstanden habe, dann helfen uns die medizinischen Gesichtsmasken unter dem Aspekt eigentlich nicht weiter, oder? Weil eigentlich, ja, was genau unkenntlich sein muss – die Augenpartie?

Ja, aber ich glaube, die medizinische Maske plus eine Sonnenbrille… also die deutsche Gesichtserkennung findet da nichts mehr. Ich finde vor allem die selbst genähten Masken und dieses ganze Bunte, was da jetzt kommt, gegenüber den chirurgisch anmutenden Masken… das ist doch total gut. Da wird so eine DIY-Welle losgetreten, und zu Hause sitzen ganz viele und nähen noch die Form oder die Form. Meine Mutter hat mir auch schon welche geschickt. Ich halte das wirklich für eine spannende Sache; mit der Kultur, die da drumherum entsteht. Da stecken durchaus auch politische Themen mit drin. Und nehmen wir mal an, dass wir uns noch auf Jahre hinaus gegen Erreger schützen müssen oder unsere Mitmenschen vor einer Ansteckung durch uns, so tut sich doch ein nicht unspannender Zwischenraum auf, in dem wir uns bewegen werden. Da können Gewohnheiten aufbrechen. Und vielleicht sogar soziale beziehungsweise zwischenmenschliche Komponenten neu ins Spiel kommen.

In dem Kurs – gab es da sozusagen eine Lieblingsmaske bei dir? Eine Maske, die du für besonders gelungen hältst?

Es gab ein paar. Manche, die zum Beispiel in der Bewegung sehr gut funktioniert haben. Mit Lametta oder Ketten vor dem Gesicht. Bei denen hatte die einfache Erkennungs-Software schon starke Probleme, einfach nur wegen der Bewegung. Ich fand aber eine bemerkenswert, die mit wenig Mitteln sehr gut abgeschnitten hat – mit den weißen Kreuzen rechts und links. Die hat nicht nur optisch sehr gut funktioniert, sondern konnte auch sozial überzeugen: Mit dem Träger war für mich als Gegenüber tatsächlich ein Gespräch möglich. Die Maske besaß so design-technische Aspekte, die genial einfach in der Umsetzung waren. Dass jemand ein alltägliches Objekt nimmt, einen Kleiderbügel aus Draht, und mit Klebeband kombiniert Erkennungs-Software austrickst… Für mich gerade auch ästhetisch eine spannende Lösung. Gut gefiel mir zudem die Variante mit dem Netz und den Kugeln vor dem Gesicht. Das wirkt schon sehr modisch und kann so in Hamburg oder in Berlin problemlos auf der Straße getragen werden. Da würde dich keiner komisch angucken, deswegen.

Ja, das sieht fast so aus, als ob es einen kulturellen Background besäße.

Genau, da finden sich verschiedene Anspielungen drin wieder, die einem irgendwie vertraut vorkommen. Auch die Fechtmaske ist ein gutes Beispiel. Die wirkt natürlich deutlich abweisender; dafür verzerrt sie aber auch das Gesicht dahinter ausgesprochen wirksam. Doch, da sind etliche interessante Richtungen eingeschlagen worden.

Danke schön, Aram, für die Einblicke in das Projekt Face the Face und deine Arbeit. Wie’s nach unserem Gespräch weitergeht: Momentan planen wir, in ein paar Tagen mit der fünften Ausgabe – “Maskerade” – live zu gehen. Für dich vielleicht auch nicht uninteressant: Eine Kollegin von mir wird sich mit einer ehemaligen Fork-Mitarbeiterin austauschen, die inzwischen im Bereich Fashion auf Instagram als Model und Fotografin aktiv ist. In dem Gespräch wird es um Aspekte wie Schminken und die verschiedenen Rollen gehen, in die sie vor der Kamera schlüpft.

Ich bin gespannt. Das heute hat Spaß gemacht – jetzt haben wir wahrscheinlich eine halbe Stunde miteinander gesprochen, deutlich länger als in meinen letzten Radio-Interviews üblich. Schön, wenn man mehr als fünf Minuten hat, um sich auf ein Thema einzulassen.

Autor
Björn Lange
23-04-2020

Jeu de Paume, Interview

Mai 2, 2020

L’artiste Aram Bartholl nous parle de son oeuvre „Are you human?“ présentée dans l’exposition „Le supermarché des images“ (11/02 – 07/06/20).
Je de Paume 2020

Post-Digital Self. Die Kunst der modernen Maskerade

April 27, 2020


MdbK Podcast #019: LINK IN BIO, 27.4.2020

Wie werden heute im digitalen Alltag die Frage & Veränderung des Gesichtes, Gesichtserkennung und Facefilter diskutiert?
In der letzten MdbK [talk]-Folge zur Ausstellung LINK IN BIO, sprechen wir mit Aram Bartholl, Hanneke Klaver und Jeremy Bailey über „Post-Digital Self. Die Kunst der modernen Maskerade“. War die Maske seit der Ur- und Frühgeschichte ein fassbares Objekt, verschwimmen mittels digitaler Technologien die Grenzen zwischen Maske und Gesicht. Der deutsche Medienkünstler Bartholl kuratierte gemeinsam mit Anika Meier die „Speed Show“ zum Thema Post-Digital Self, in der die Geschichte der Netzkunst erzählt wird. In einem Internetcafe klickte man sich so durch Arbeiten von NetzkünstlerInnen, wie Jeremy Bailey und Hanneke Klaver, die Identitätsbildung reflektieren und auf den Gesichtsfiltertrend reagieren.

SHOWNOTES
Einleitung 0:00 (Deutsch)
Aram Bartholl 2:43 (Deutsch)
Hanneke Klaver 13:00 (English)
Jeremy Bailey 20:00 (English)
Schluss 26:21 (Deutsch)

Der Kanadier Jeremy Bailey hat in seinem Video „The Future of Television“ (2012) den digitalen Gesichtsfiltertrend gewissermaßen vorhergesehen. Er arbeitet mit einer Gesichtserkennungssoftware. Die Zukunft des Fernsehens ist für Bailey im Jahr 2012, was heute die sozialen Medien sind: Orte der Identitätsbildung.

Die Serie #freetheexpression der niederländischen Künstlerin Hanneke Klaver ist eine Reaktion auf den Gesichtsfiltertrend. Mit Strohalmen, Metalldraht, Holz, Papier und Kleber stellt Klaver analog Filter her, die sie wie Bastelbögen verteilt. Mit ihren nicht standardisierten Gesichtsfiltern befürwortet sie die freie Meinungsäußerung.

Der deutsche Medienkünstler Aram Bartholl entwickelte im Jahr 2010 ein Ausstellungsformat, das aus einem Internet Café für einen Abend einen Ausstellungsraum macht. Im Rahmen der „Speed Show“ ist auf diesen Computern Netzkunst zu sehen. Kunst, die das Internet als Medium nutzt, sich mit den genuinen Eigenschaften des Internets auseinandersetzt und die Technik thematisiert, mit der sie arbeitet. Netzkunst existiert nicht erst, seit das Internet für ein Massenpublikum zugänglich geworden ist, aber die sozialen Medien machen es einem breiteren Publikum möglich, im Alltag bewusst oder unbewusst Netzkunst zu sehen.

LINK IN BIO. Kunst nach den sozialen Medien zeigte mit über 50 Arbeiten, wie sich Produktion und Rezeption von Kunst im Zeitalter sozialer Medien verändern. Die Gruppenausstellung endete mit der temporären Schließung des MdbK. Wir konnten uns glücklicherweise noch vorher mit einigen KünstlerInnen für diese und weitere MdbK [talk]-Folgen zusammensetzen.

Königgalerie: Interview with Anika Meier

April 19, 2020

The curators Anika Meier and Johann König host a series of talks which will be broadcasted live on Instagram. The guest are experts in net art, post-internet art and digital art, and artists who are part of the upcoming exhibition series THE ARTIST IS ONLINE

Digital Vasari: Interview

März 15, 2019

An interview I gave during my visit at ‚Laboratoria Arte Alameda‚ in Mexico city last summer 2018.

Let´s talk about 01 // Aram Bartholl

Februar 21, 2019

InterMedia an der FH Vorarlberg, Published on Jan 7, 2019

„Wir durften mit dem Medienkünstler Aram Bartholl nach seinem open idea Vortrag an der FH Vorarlberg im Oktober 2017 ein hochinteressantes Interview über seine Arbeiten und seine Sicht der Dinge auf unsere Kommunikationswelt führen.“

NOVO 53

Februar 15, 2019

Interview by Emma Cozzani
NOVO 53
Published on Feb 8, 2019
53ème numéro de NOVO, le magazine qui se prend pour une revue.
Photo: Henri Vogt

issuu.com/media.pop/docs/novo_53

Interview – SMAC

Februar 4, 2019

Interview with Aram Bartholl

With a wry sense of humour and a lightness of touch, German artist Aram Bartholl subverts the symbols and functions of the internet to draw our attention to its darker side. Through his prolific output of installations and performances around the world – from the beaches of Thailand to the Strasbourg Biennale – Bartholl dissects the back end of new media, shedding light on the capitalist imperatives that have come to dominate and track our every click and tap. How can we navigate the current – and future – digital landscape without lapsing into disillusionment, or relinquishing our agency as internet users? Ahead of his upcoming show at SMAC in Berlin, where he lives and works, Bartholl shares his take on surveillance capitalism, selfie culture, and what to expect at his new exhibition [hint: there’s a disco ball.]

Interview: Anna Dorothea Ker

SMAC: Your work acknowledges the vast possibilities presented by the internet while altering us to the pitfalls of its ever more commercialised reality. What should we be most concerned about?
Aram: I would point to questions of privacy or personal data, as well as how platforms work. We need to acknowledge that Google and Facebook are purely advertising companies. There are a lot of concerns. One thing I’m thinking a lot about is how we can escape the current monopolisation of the internet. The web of the ‘90s was very vibrant and diverse. It started as a user-driven, non-commercial space. Over time, many companies and start-ups employed it to achieve their commercial goals, and today we have five or six huge companies, with whom no-one can compete. They probably need to be broken up at some point – this is likely to come from the US.

“We need to acknowledge that Google and Facebook are purely advertising companies

How would you characterise your own internet use?
Aram: I try to avoid the big players by using an Android phone without Google on it, for example, having my own NextCloud servers at home, by avoiding Dropbox, and not ordering on Amazon any more. I try to be conscious of where I leave my data. At the same time, I use Twitter and Instagram. Most of my online input comes via Twitter. I depend on it, though it frustrates me. There’s a recipe for each – on Twitter you have to be negative to attract attention, and on Instagram you have to be positive, and post beautiful pictures. It’s very convenient to use all these platforms, but to be conscious about things is more complicated. I feel as though there’s a certain sense of fatigue with social media at the moment. Many people I know feel caught in between – it’s hard to leave these platforms, but people don’t want to be on them any more.

“ I feel as though there’s a certain sense of fatigue with social media at the moment. Many people I know feel caught in between – it’s hard to leave these platforms, but people don’t want to be on them any more.

Your work often employs tools of surveillance, such as surveillance cameras, in subversion of their purpose. Can the master’s tools dismantle the master’s house in this regard?
Aram: A surveillance camera is a valuable symbol because it’s a tool everyone understands. It’s an eye, it takes a pictures, it sends that picture somewhere else. Today it’s usually algorithms that scan them to look for, say, unusual movements. But then there’s what happens in your browser – tracking with cookies, for example, which no-one really understands.

Most people have a sense of what’s going on, but don’t feel like they can do anything about it. So I like to take these tools and use them in other ways – to have people re-think, question them. In my installation [“Pan, Tilt and Zoom”] last year [2018] I placed the cameras on the floor of the gallery. They were motorised, equipped with a tracking system they roll over the floor and seem helpless. People had other kinds of interactions with them, and hopefully questioned their purpose.

Does the right to privacy exist anymore? Have we eroded it through our collective obsession with self-surveillance – take selfie culture, and oversharing on social media?
Aram: There are two things at play here. Yes, a lot of people willingly share information on where they are and what they’re doing, but at the same time there’s this mass-scale surveillance – not in terms of the kind of government surveillance that [Edward] Snowden revealed, but rather commercial surveillance. When you walk around with your phone with the wifi on, it projects all the wifi connections to wherever you’re going. Even supermarkets have wifi tracking systems to see how you pass through the market or and when you return. We are already aware of this on a certain level – for example, when you go into a mattress store and get served advertising from them the next day. But it’s very hard to understand how this works. That happens on a very technical level, which seems very abstract to us. This is something we should be concerned about, as it’s a wild west out there right now. Companies can basically do whatever they want. Of course, since May [2018] there’s the [European Union] General Data Protection Regulation which is a first step towards regulation, but much more regulation still needs to occur.

“… it’s a wild west out there right now. Companies can basically do whatever they want. Of course, since May [2018] there’s the [European Union] General Data Protection Regulation which is a first step towards regulation, but much more regulation still needs to occur.

What can visitors to SMAC expect to encounter your upcoming exhibition?
Aram: “True Depth” refers to Apple’s technology for the iPhone X, which has infrared cameras implemented within the front camera. Whenever you look at the phone, there’s a infrared light dot pattern projected onto your face. Through measuring the distribution of these dots on your face, the software can build an actual 3D model of it. This is how facial recognition works. It’s convenient – you can unlock your phone just by looking at it – but its inner workings are invisible. For the show I have this disco ball, which represents disco – this fun, pop-culture, “let’s party” attitude, freedom. Then I have these two cameras. One projects infrared light onto the disco ball in a typical way, so dots of light are dispersed over the room, but the viewer can’t see them. The disco’s happening, but we can’t take part. The work is related to this phone technology, but it also relates to the commercial party that’s going on around us, tracking us, extracting information. All without any of it being visible to our eyes. Elsewhere in the gallery there will be the infrared view of the CCTV camera being streamed on a screen, so you can see the dot patter and get the view from the other side.

Then we have the webcam privacy screen. I saw it online and liked it very much as a sculpture – this round screen which attaches to the back of a chair. These screens are made for being on a webcam in front of a neutral background. They’re advertised as being good for business, with a blue or green background allowing you to look more professional – and you can also key out the colour and replace it. I’m interested in the simultaneous acts of looking at a screen and filming yourself while hiding what’s behind you. The process is similar when it comes to selfie culture. You see this often in the street – young kids taking ten or twenty just to get the right one. It’s very deliberate. It all ties in to the presentation of the self in a digital space, and how we cut out the noise and the background of our lives in the way we film ourselves.

This theme was explored in your recent work for the 2018 Thai Biennale, “Perfect Beach”. What sparked the idea for this work?
Aram: People fly to Thailand to find the perfect tropical beach, ones which are advertised all around us but also embody our collective idea of paradise. The empty beach has always been a symbol for freedom. The performance at the Biennale involved two performers carrying a big screen featuring an image of an idyllic beach across an already perfect beach. I was interested in confronting tourists with the question of why they went there. Because, of course, it’s never empty when you get there. Many people wanted to stand in front of the beach screen and take a picture – we’re so programmed to do that. I was hoping that would happen, but was amazed by how well it worked. But of course there were also people who were annoyed by it [laughs].

“I’m interested in the simultaneous acts of looking at a screen and filming yourself while hiding what’s behind you. The process is similar when it comes to selfie culture.

You’re currently presenting three works at the first Strasbourg Biennale, the theme of which is “being a citizen in the digital age”. What can visitors expect to experience when viewing your art there?
Aram: One work is part of the series “Are You Human?”, which is all about captcha codes. These used to be a string of characters we had to type in to prove that we’re human, but today all this has been replaced by the Google reCAPTCHA test. It has the same function, but we have to select these images, like ‘select all the cars’ you can see in the picture. On one hand, the purpose of this is to train Google’s self-driving cars, and on the other, to prove we’re human. The installation consists of this big code on the floor with twisted characters made from steel, and the reCAPTCHA prints on the wall. I’ve swapped in pictures of European borders and spam advertising text to remix this whole idea of reCAPTCHA, while drawing attention to the issue of borders, access to space and digital services.

2018 saw a slow – and far overdue – global public awakening to the risks and dangers of social media, largely due to a series of hacks and privacy scandals. What will this lead to in 2019?
Aram: Next step would be to get out of our current situation of a monopolised internet, and to take back control over our own lives. To decide what we want to do with our data. On one hand, there are policy questions, then there’s public awareness, but there’s a lot more that needs to happen on that front. The recent [January 2019] data leak that affected German politicians and celebrities invoked a paranoid press reaction. Which is perhaps good – for people to realise that we’re vulnerable. Once your information is out there, you can’t get it back. What we’re seeing now, with the links between populism and social media, makes it very easy to feel dystopian about these questions. But let’s try and stay positive. We need smart people to sit down and craft new plans that will allow us to use technology in ways that will help us, not just make a lot of money for a few.

“What we’re seeing now, with the links between populism and social media, makes it very easy to feel dystopian about these questions. But let’s try and stay positive.

Interview: Anna Dorothea Ker
Photos: Pamina Aichhorn

QM // Interview Aram Bartholl

Oktober 16, 2013


Interview I gave beginning of 2012 at my solo show ‚Reply All‘  at DAM Gallery, Berlin published at http://querbinder.com/

„Take the Tweets Out There „

September 9, 2009

v2_ Institure for unstable Media published an interview with me about the Tweet Bubble Series project I realized during my artist residency at V2_ Lab last spring.
by Piem Wirtz & Arie Altena
During the V2_ Wearable Technology workshop on May 19th 2009 Piem Wirtz and Arie Altena took the opportunity to interview the German artist Aram Bartholl. Bartholl had just finished the Tweet Bubble Series, four works that he developed during his artist in residence period at the V2_Lab. He presented the four T-shirts of the Tweet Bubble Series the next day at the Test-Lab Fashionable Technology.
Arie Altena: „Could you explain how the Tweet Bubble Series came about?“
Aram Bartholl: „The Tweet Bubble Series is about putting Twitter posts, so-called tweets, on clothing. Twitter a social web application that people use to tell each other what they are doing at the very moment. Twitter is in between chatting, blogging, text-messaging and email. Normally tweets are only on the web, by putting them on a T-shirt they they are brought from the digital platform to everyday life and physical space. That’s the basic explanation.
The Tweet Bubble Series relates specifically to Twitter, but it could also relate to another, similar service. Twitter is interesting because it is quite brutal in terms of privacy. On Twitter people are very private in public. Your tweets are public by default. You can hide your feed and make it available to certain people that you allow to see it, but most people do not use this option. Most twitter-feeds are just public. Every tweet is stored as a single html-page, Google will find and index it. It is just one of the examples of the increase in ‚transparency‘ in our society. …..

read on, full interview at v2 site